Besuch historischer Orte mit Werder-Bezug

Ende August hat sich die Ahoi-Crew wieder etwas näher mit der Geschichte Bremens und Werders beschäftigt.

Am 25. August 2020 stand als erste Station eines Tagesausflugs an die Weser der Gedenkort Bunker Valentin In Bremen-Rekum im Mittelpunkt. Dort hatten die Nationalsozialisten tausende Zwangsarbeiter – darunter Werder-Mitglied Theo Eggert – unter menschenunwürdigen Umständen zum Bau eines riesigen Bunkers gezwungen, in dem U-Boote gebaut werden sollten. Durch die Angriffe der Alliierten und die Befreiung des Arbeitslagers wurden diese Pläne durchkreuzt, ehe nur ein einziges U-Boot gefertigt und im II. Weltkrieg genutzt werden konnte.

Der U-Boot-Bunker “Valentin” in Bremen-Farge.

Zweiter Anlaufpunkt der Tour war das Focke-Museum, wo unter anderem Karteikarten über jüdische Opfer der Bremer Nationalsozialisten zu finden sind: Etwa von Leo Weinstein, der als 13-jähriger aus dem SV Werder ausgeschlossen wurde, weil er Jude war, von Ex-Werder-Präsident Alfred Ries, von der Familie Rosenthal, bei denen Vater Albert und seine drei Söhne Arthur, Hermann und Herbert bei Werder aktiv waren – ehe die Familie enteignet und verfolgt wurde und am Ende Vater und ältesten Sohn in den Konzentrationslagern Theresienstadt (übrigens in einem Transport mit den Eltern von Alfred Ries) und Minsk verlor, vom späteren Werder-Geschäftsführer Hansi Wolff und dem genannten Theo Eggert.

Zum Abschluss des Tages stand ein Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Hastedt auf dem Programm. Im Beisein von SV Werder Bremen-Präsident Dr. Hubertus Hess-Grunewald wurde mit einer kleinen Gruppe dem 53. Todestag von Alfred Ries gedacht, unter dessen Präsidentschaft Werder 1930 ins Weserstadion Bremen zog, 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga wurde und 1965 die erste deutsche Meisterschaft errang.

Auf dem jüdischen Friedhof wurden kleine Steine zum Gedenken an Ries auf dessen Grab niedergelegt und die an ihn erinnernde Messingtafel, die rechts vor dem Grab auf einer kleinen Stele angebracht ist, gereinigt.

Es war ein interessanter und bewegender Tag in Bremen. Die Stationen können wir interessierten Werder-Fans zum Besuch herzlich empfehlen.

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