Fanclub-Highlights: Eine legendäre Auswärtstour nach Barcelona

Im April 2015 wird die Ahoi-Crew zehn Jahre jung. Zeit, zurück zu blicken. Ein Highlight der vergangenen zehn Jahre war sicherlich die Auswärtstour zum Champions League-Spiel nach Barcelona im Dezember 2006:

Horizonterweiterung für Kulturbanausen: Mit Werder in Barcelona

Dezember 2006: Letzter Spieltag der Gruppenphase der Champions League. Schon Monate zuvor hatten wir uns für diesen Termin Karten besorgt und Flüge gebucht: Wir begleiteten Werder nach Barcelona!

Dass es an diesem Spieltag für Werder um das Weiterkommen in der Königsklasse gehen würde, ahnten wir elf Auswärtsfahrer bei der Buchung des Kurztrips nicht. Nun ging es ab nach Spanien. Während ich selbst mir am Samstag noch den 3:1-Bundesligaheimsieg der Bremer gegen Hertha BSC nebst Glühwein auf Weihnachtsmarkt angedeihen ließ, machten sich die anderen Fanclub-Mitglieder bereits auf zum Treffpunkt in der Nähe Hamelns, von wo aus wir nach dem Besuch einer Geburtstagsfeier in der Nacht mit PKWs zum Düsseldorfer Flughafen aufbrachen (mit Stopp in Hoinkhausen, wo wir weitere Mitglieder trafen). Übernächtigt aber voller Vorfreude stiegen wir in den Flieger nach Katalonien.

In einem 2-Sterne-Hotel sollten wir die kommenden drei Nächte verbringen. Das Hotel war günstig und zentral gelegen. Halbpension oder Zimmer mit Fenstern wären für unsere studentisch geprägte Werder-Reisegruppe ohnehin nur überflüssiger Luxus gewesen.

Voller Tatendrang erkundeten wir die Flaniermeile La Rambla und ließen uns bei angenehmen 20 Grad auf dem Plaça Reial nieder. Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum Plaça d’Espanya, von wo aus wir den Montjuïc hinaufstiegen. Unser Ziel war jedoch nicht das Museu Nacional d’Art de Catalunya, sondern das Olympiastadion. Dort traf Espanyol Barcelona auf den FC Sevilla. Im nur zu einem Drittel gefüllten Stadion siegten die Gastgeber nach mäßigem Spiel durch eine angriffslustige Schlussphase mit 2:1. Rund 40 Bremer Fans waren dabei.

Am nächsten Morgen spulten wir das kulturelle Pflichtprogramm ab: Man wollte sich nach der Rückkehr zuhause schließlich nicht sagen lassen, man habe überhaupt nichts von der Stadt gesehen. Wir entschieden uns für eine Bustour. Nach Stopps vor der Sagrada Familia, wo wir mit einer Chinesischen Reisegruppe zu Werder-Songs hüpften, und im Park Güell hieß unser nächster Halt Camp Nou. Dort nahmen wir an einer Stadionführung teil, blickten in die Katakomben und sangen den überraschten Barca-Profis beim Abschlusstraining ein Werder-Ständchen.

Abends versammelten wir uns mit hunderten Bremern auf dem Plaça Reial und feierten bis in die Nacht.
Am nächsten Mittag trafen wir auf den Ramblas die Werder-Profis Frank Baumann und Patrick Owomoyela, denen wir nach einem gemeinsamen Foto viel Erfolg für die Partie wünschten. Am Abend machten sich rund 3.000 Bremer vom Plaça Reial aus auf den Weg zum Stadion.

Nach einer HUMBA auf der Straßenkreuzung vor der Arena pilgerten wir in den Gästeblock i08-in-barcelonam vierten Oberrang und unterstützten vor 99.000 Zuschauern unsere Elf. Kulisse und Stimmung werden wir niemals vergessen. Das Spiel schon: Werder hatte nicht den Hauch einer Chance, verlor mit 0:2 und schied aus der Champions League aus. Vielleicht waren auch die Bremer Profis von dieser Kulisse ebenso beeindruckt wie wir.

Nach dem Schlusspfiff fuhren wir direkt in unser Hotel. Um fünf Uhr klingelte am nächsten Morgen der Wecker. Da unser Bus nicht wie geplant fuhr, ging es via Taxi zum Flughafen. Drei Stunden später hatte uns das nasskalte Deutschland wieder. Statt T-Shirt war jetzt wieder Winterjacke angesagt.

Barcelona hat uns damals in seinen Bann gezogen. Gleich mehrere Mitglieder unseres Fanclubs besuchten in den folgenden Jahren die Stadt erneut. Dabei stand mehr Kultur auf dem Programm als 2006. Olympiastadion und Nou Camp wurden trotzdem wieder besichtigt.

(Dieser Beitrag wurde auch für das Buchprojekt 2und50 eingereicht, kam jedoch leider nicht unter die Beiträge, die kürzlich in Buchform veröffentlicht wurden.)

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