Das Gründungsjahr 2005: Von der Idee zum Fanclub und nach Meppen

Werder Bremen war in der vorangegangenen Saison Deutscher Meister und Pokalsieger geworden. Wer hätte das nach dem Ausscheiden Bremens im Sommer 2003 im UI-Cup gedacht, als man 0:4 beim FC Superfund Pasching unterging? Edi Glieder, der im Hinspiel doppelt traf, kaufte man bei Schalke 04 offenkundig kurz darauf nur, um uns Bremer zu demütigen. Paschings Vorzeige-Fußballclub existiert übrigens heute nicht mehr, nach Umbenennungen und Umzug musste der Verein 2010 Konkurs anmelden.

Im Bremer Double aus dem Jahr 2004 lag jedoch nicht der Anstoß für die Gründung der Ahoi-Crew. Vielmehr trafen sich seit 2004 mehrere Werder-Fans, die sich über die Uni kennenlernten, regelmäßig zum Fußballspielen auf dem Hoffmeyer-Platz oder in der Feldstraße und zum Werder-Gucken in Osnabrücks Kneipen. Die innige Beziehung zum SV Werder verband sie. Einige Mitglieder dieser losen Gruppe waren Inhaber einer Dauerkarte im Weserstadion und fuhren nunmehr an den Wochenenden zusammen von der Hase an die Weser. Darüber hinaus bildeten sich Fahrgemeinschaften zu den Werder-Heimspielen in der Champions League. Um dieses Miteinander offiziell zu besiegeln war es Matthias Koch, der im Frühjahr 2005 den damaligen Bremer Fanbeauftragten Dieter Zeiffer anrief und nach den formalen Voraussetzungen für die offizielle Anerkennung als Fanclub des SV Werder Bremen fragte.

Bis es dann zur Gründung kam, wurde gegrübelt, wie man sich als Fanclub denn nennen könne. Im Südkreis Osnabrück gab es zu diesem Zeitpunkt bereits einen Fanclub, auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück war laut Werder-Homepage noch kein Fanclub offiziell bei Werder eingetragen. Aber war „Werder-Fanclub Osnabrück“ nicht zu anmaßend? Wäre eine solche Firmierung nicht unfair gegenüber allen künftigen Plänen zu Fanclubgründungen in der Stadt gewesen? Was wäre zudem, wenn es alle Gründungsmitglieder – bei Studenten nicht unüblich – später aus der Region verschlagen hätte und man außer der Studienzeit keinen Bezug zum Fanclub-Namen mehr gehabt hätte? Es wurde also weiter überlegt.

Es sollte ein Name mit norddeutschem Bezug, einem ausgedrückten Gemeinschaftsgefühl und einem Werder-Bezug her. Eines Abends saßen einige der potentiellen Grünungsmitglieder im „Countdown“ in der Osnabrücker Lohstraße zusammen und überlegten hin und her. Nachdem eine Runde „Ahoj-Brause“ mit Vodka bestellt wurde, fiel die Seemannsfigur auf der Packung auf, die einen Schal hochhielt. „Ahoi“, also eine Begrüßungsformel aus der norddeutschen Seemannssprache, erschien passend. Zur Beschreibung einer Gemeinschaft auf einem Schiff wäre das Word „Crew“ nicht schlecht, so der Tenor. Und warum nicht als Logo einen Seemann nehmen? Dieser könnte auch irgendwo eine Werder-Raute tragen. Die Idee der „Ahoi-Crew“ und des späteren Logos war geboren.

Kam es vom vielen Nachdenken? Jedenfalls schmerzten am nächsten Tag die Köpfe der Osnabrücker Werder-Fans, die noch bis spät in die Nacht über Namensgebung und Logogestaltung ihres Fanclubs gebrütet hatten.

IMG_1476Mit sieben Gründungsmitgliedern, eines davon telefonisch zugeschaltet, traf man sich kurz darauf, am Dienstag, den 26. April 2005, in einer Studentenwohnung am Osnabrücker Schlosswall unweit des Schlossgartens, um die Grünung als Werder Bremen-Fanclub offiziell zu besiegeln. Im Beisein einiger Kommilitonen wurde die Ahoi-Crew mit dem Zusatz „2005“ gegründet. Die erste Satzung wurde verabschiedet und Pascal zum ersten Vorsitzenden des Fanclubs gewählt.

IMG_1401Bei einer rein formalen Gründung sollte es jedoch nicht bleiben. Der Zusammenschluss bildete den Startschuss für das Ansprechen potentieller Neumitglieder und die Erstellung von Logo, Doppelhaltern (auf Folie gemalt und in im Osnabrücker Schloss mit einem Overheadprojektor abgepaust) und Banner. Darüber hinaus wurde neben den Fahrgemeinschaften zu den Werder-Heimspielen in Bundesliga- und Champions League auch über mögliche Auswärtsfahrten in weit entfernte Stadien der Bundesliga und Europas sinniert. Ein eigenes Fanclub-Poloshirt wurde ebenso aufgelegt, wie ein Ahoi-Crew-Hoodie.

IMG_1429Im Sommer stand dann ein erstes offizielles Fanclub-Highlight an. Gemeinsam wurde die Brennerei Berentzen in Haselünne besucht, ehe das Testspiel SV Meppen gegen Werder Bremen begutachtet wurde. Mit Doppelhaltern und Zaunfahne im Gepäck der Autos von André und Pascal wurde der SV Werder bei glühender Hitze vor fast 10.000 Besuchern zum 7:0 unterstützt. Von Nelson Valdez, der an diesem 12. Juli 2005 nicht wie gewohnt von der Bank als „Edeljoker“ kam, sondern von Beginn an spielte, holten sich die Osnabrücker Werder-Fans nach dem Spiel Autogramme. Ebenso wie Mohammed Zidan traf Valdez an diesem Tag dreimal für Werder. Das siebte Tor erzielte Aaron Hunt.

Nach dem Abpfiff holten sich die Mitglieder der Ahoi-Crew aber nicht nur Autogramme, sondern vergaben auch welche: Unser Gründungsmitglied Matthias, mit Werder-Trikot und -Hose ausgestattet, wurde wohl mit einem Nachwuchsspieler verwechselt und kam schlussendlich auch einigen Autogrammwünschen nach.IMG_1559
Die Ahoi-Crew war mittlerweile auf rund 15 Mitglieder angewachsen. Bei jedem Heimspiel Werders waren nunmehr Mitglieder des Fanclus dabei. Auch die alte Zaunfahne der Ahoi-Crew konnte in der Hinrunde der Saison 2005/2006 nun erstmalig im Weserstadion begutachtet werden.

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